• Weshalb ist diese Seite entstanden?

  • Im August 2001 flog ich zum ersten Mal nach Litauen.
    Schon einige Monate vorher hatte sich bei mir, als Tochter einer gebürtigen Memelländerin, der Wunsch entwickelt das Land meiner Vorfahren zu sehen und somit auch etwas über meine eigenen Wurzeln zu erfahren.
    Litauen war für mich bis zu diesem Zeitpunkt eher ein weisser Fleck auf der Landkarte und bis dato hatte ich noch kein ehemaliges Ostblockland bereist.
    Ich bin mit dem Rucksack losgezogen und per Bus und Bahn quer durch Litauen gefahren.
    Zu direkten Kontakten mit Litauern kam es leider kaum, da sich aufgrund mangelnder Englischkenntnissen auf Seiten der Litauer jegliche Konversation als sehr schwierig gestaltet.
    In
    Šilute (dem ehemaligen Heydekrug) hatte ich die Möglichkeit in der evangelischen Kirche Einblick ins Archiv zu bekommen und konnte so Details über meine Familiengeschichte erfahren.

  • Die Situation in Šilute

  • Diese Kirche wird mit viel Herzblut und Einsatz von einer deutschen Missionarin betreut.
    Ihr Aufgabengebiet ist vielfältig und wurde mir erst bei einem Rundgang über das Kirchengelände in seiner ganzen Komplexität klar. Sechs mal pro Woche gibt es eine Suppenküche für bedürftige Kinder und jedes Mal werden bis zu 40 Mittagessen ausgegeben. Der Bedarf allerdings ist weitaus höher - mindestens 300 Kinder aus der Stadt hätten diese zusätzliche Verpflegung nötig!
    Desweiteren werden Altennachmittage veranstaltet, gebrechliche und pflegebedürftige Menschen werden bei Hausbesuchen mit tätiger Hilfe und Sachspenden, sowie Nahrung unterstützt. Die Liste ist lang und ließe sich beliebig fortsetzen denn Litauen ist arm, sehr arm. Nach 60 Jahren Sowjetherrschaft und seit dem Erlangen der Unabhänigigkeit im Jahre 1991 versucht sich das Land aus seinen Ruinen zu erheben. Was man dort sieht ist symptomatisch für Litauen. Alte Fassaden werden restauriert aber im Innern der Häuser bröckelt der Putz, da Baustoffe nicht vorhanden, oder nicht bezahlbar sind. Offene Stelle gibt es auf dem Land kaum und die Arbeitslosigkeit ist, besonders bei der Jugend, extrem hoch.
    Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei EUR 500 € und ein Rentner bezieht kaum mehr als EUR 70 €im Monat. Viele Menschen zerbrechen an dieser Problematik und landen beim Alkohol.

  • Hilfe für Šilute
  • in Litauen
    Aus diesem Grund hat mich dieses Engagement sehr berührt und war letztendlich ausschlaggebend für meinen Wunsch, zu versuchen diese Arbeit etwas zu unterstützen.
    Nach einigen Recherchen konnte ich Kontakt zur Johanniter-Hilfsgemeinschaft in Berlin herstellen, welche bereits seit 1991 mindestens 2 mal im Jahr mit Hilfsgütern und Geldspenden ehrenamtliche Hilfstransporte ins ehemalige Memelland durchführt. Neben der Suppenküche für die Kinder in
    Šilute werden hierbei auch kinderreiche Familien, alte und kranke Menschen, sowie bedürftige Einzelpersonen durch Patenschaften unterstützt. Zur Zeit werden außerdem 8 Studenten aus Šilute mit einem Stipendium unterstützt. Desweiteren liefert die Johanniterhilfe Hilfsgüter für die evangelische Gemeinde in Šiale, für die Krankenhäuser in Klaipeda (Memel), sowie für das Behindertenheim in Matzicken.

    Deshalb bitte ich alle Besucher dieser Seite um einige Minuten Zeit, um ein offenes Herz und um eine kleine Spende, die uns Deutschen nicht wirklich weh tut. In Šilute und Umgebung sind schon wenige Euro von großem Nutzen und sie kommen dort an, wo sie wirklich dringend gebraucht werden!